mit glockenheller Stimme fragte die sympathische Frau mit dem Helfer T-Shirt, ob unser Team ihr mal kurz die Sehstärke messen könne. Sie müsse gleich wieder weg, da sie als freiwillige Helferin beim ersten „Mannheimer Festmahl 2025“ für bedürftige Menschen im Congress Centrum mitarbeite. Natürlich halfen wir ihr, denn dafür waren wir zu diesem besonderen Tag extra aus Hamburg angereist. Während unseres Gespräches stellte sich allerdings heraus, dass Almut, so ihr Name eigentlich selbst zu den Bedürftigen gehört…

Man nennt sie die „Rosenfee“
Almut ist gelernte Bibliothekarin und Gärtnerin, kann ihren Beruf aber aufgrund einer Erkrankung nicht mehr regelmäßig ausführen. Ihre Passion für die blühende Natur kann sie trotzdem ausleben, indem sie die Grundstückspflege für eine Einrichtung der Caritas übernommen hat. Unter den Mitarbeitende wird sie nur die „Rosenfee“ genannt. Mit viel Liebe und Fachwissen pflegt sie die Blumen und Pflanzen.
Engagiert trotz Wohnungslosigkeit
Weiterhin unterstützt Almut ehrenamtlich die Nachbarschaftshilfe für krebskranke Menschen. Soziale Teilhabe sei ihr sehr wichtig in ihrem Leben. Neben dem Gärtnern und Kümmern singt die agile Frau auch leidenschaftlich gerne. Im Burgchor des Nationaltheaters und im Vesperkirchenchor. Besonders liebt sie Oratorien. „Da ich sehr zuverlässig und notensicher bin, hat man mir das Amt der Notenbeauftragten übertragen. Das macht mich sehr stolz, ist aber auch eine anspruchsvolle Aufgabe, da ich manchmal auch Partituren für Instrumente umschreiben muss.“
Das MEHRBLICK-Team ist tief beeindruckt von so viel Engagement und Wissen. Als wir sie nach ihrer Unterkunft fragen, berichtet sie leise, dass sie wohnungslos ist. Sie habe zwar ein Dach über dem Kopf, kann sich dort aber nicht waschen und kann auch keine Küche benutzen. Dafür gehe sie regelmäßig in eine Fraueneinrichtung in der Stadt.

Wie die Brille einen Musiktraum erfüllt
Von ihrem Vater, einem Geschichtsprofessor, habe sie eine Violine geerbt. Ihr Traum war es immer diese auch zu spielen. Allerdings habe ich zunehmend Schwierigkeiten die Notenblätter während des Musizierens zu lesen. Die Augen bereiten ihr Probleme. Das war das Stichwort für unsere Optiker; nach der Sehstärkenmessung suchten sie sowohl eine Fern- als auch eine passende Lesebrille für Almut aus.
Als sie sich im Spiegel betrachtete, standen ihr die Tränen in den Augen: „So hübsch, wie für mich gemacht. Ich kann es gar nicht glauben, dass mein Wunsch mit der Violine jetzt doch noch in Erfüllung geht, Tausend Dank ! Für mich ist heute schon Weihnachten!“
Mannheimer Optiker unterstützen MEHRBLICK
50 Personen konnte MEHRBLICK an diesem 16. Oktober 2025 mit passenden Brillen versorgen. Das war nur möglich, weil fünf ebenfalls motivierte Optiker und Optikerinnen aus Mannheim die Sprechstunde unterstützten. Born Brillen-Optik und Teyeger optics & coffee bereicherten das Team und wollen auch bei einem Einsatz im nächsten Jahr gerne wieder dabei sein.



