Durch unser langjähriges Engagement kennen wir die Lebensrealitäten und Herausforderungen vieler bedürftiger Menschen sehr genau. Und doch wurde uns beim Wohlfühlmorgen in Neumünster aufs Neue bewusst, wie viel Hoffnung in kleinen Wegen stecken kann und wie wichtig unsere Arbeit für armutsbetroffene Menschen in Deutschland ist.

Der „Wohlfühlmorgen“ ist für viele Menschen zu einem unverzichtbaren Anker geworden, ein Ort, an dem sie gesehen werden, Unterstützung erfahren und neue Perspektiven entwickeln können. Dass dieses Angebot inzwischen in Städten wie Kiel, Lübeck oder Hamburg fest verankert ist, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit.
Brillenreisen zu MEHRBLICK
Eine Gruppe von zehn Personen war eigens aus Hamburg angereist, allein für unsere Brillen-Sprechstunde. Eine Reise, die Zeit, Kraft und Organisation erfordert. Eine Reise, die man nicht auf sich nimmt, wenn es Alternativen gibt. Als wir nachfragten, hörten wir Geschichten, die nachdenklich stimmen, von langen Warteschlangen, von der Unsicherheit, ob man überhaupt an die Reihe kommt, vom Wunsch, endlich wieder klar sehen zu können und von der Hoffnung, in Neumünster eine echte Chance zu haben.
Diese Hoffnung wollten wir erfüllen. Drei Stunden lang haben wir gemessen, angepasst und beraten, mit voller Konzentration und ganzem Herzen. Angela, eine Frau Mitte siebzig, ist sehr erleichtert, dass es mit ihrer neuen Brille so gut geklappt hat. Sie bezieht Grundsicherung, pflegt ihren bettlägerigen Mann und ist dankbar, an diesem Vormittag auch Zeit für ein kostenloses Frühstück zu haben. Denn Geld ist knapp und freie Zeit ein kostbares Gut. Und doch mussten wir am Ende drei Menschen vertrösten. Ein Moment, der uns zeigt, dass der Bedarf groß ist und größer, als wir ihn derzeit decken können. Und zugleich zeigt er uns, dass unsere Arbeit gebraucht wird, mehr denn je.
Am Samstag, den 28. März, geht es weiter, beim nächsten Wohlfühlmorgen in der St. Ansgar-Schule in Hamburg von 10 bis 13 Uhr. Wir werden wieder alles geben, um so vielen Menschen wie möglich zu helfen.



